Von Starkey Hearing (15. Mai 2026)

Angesichts der Tatsache, dass Hörverlust zu den häufigsten chronischen Gesundheitsproblemen im Alter zählt, stellten Forscher fest, dass bislang nur wenig über das tatsächliche Auftreten und den langfristigen Verlauf von Hörverlust bekannt war. Aus diesem Grund entwickelten sie eine Studie, die untersuchen sollte, wie häufig Hörverlust innerhalb eines Zeitraums von 25 Jahren auftritt und welche Faktoren damit in Zusammenhang stehen.
Für die Untersuchung wurden Teilnehmer der Framingham Offspring Study ausgewertet – einer renommierten Langzeitstudie, die sich mit dem Auftreten und der Verbreitung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie deren Risikofaktoren beschäftigt. Darüber hinaus untersucht sie, wie sich Herz-Kreislauf-Erkrankungen und deren Risikofaktoren im Laufe der Zeit entwickeln und welche familiären Zusammenhänge dabei bestehen.
Die Ergebnisse
Die Forscher fanden heraus, dass mehr als die Hälfte der Teilnehmer (56,2 %), die zu Beginn der Studie noch über ein normales Hörvermögen verfügten, im Verlauf der 25 Jahre einen Hörverlust entwickelten.
Im Durchschnitt verschlechterte sich das Hörvermögen der Betroffenen um etwa 15 Dezibel. Allerdings zeigten sich deutliche Unterschiede zwischen den einzelnen Teilnehmern: Während manche nur geringe Veränderungen ihres Hörvermögens erlebten, nahm der Hörverlust bei anderen deutlich stärker zu.
Diese Ergebnisse verdeutlichen, dass Hörverlust für viele Menschen ein schleichender Prozess ist, der sich über Jahre oder sogar Jahrzehnte entwickeln kann. Gleichzeitig zeigen sie, wie wichtig es ist, mögliche Risikofaktoren frühzeitig zu erkennen und die Hörgesundheit regelmäßig überprüfen zu lassen.
Faktoren, die mit dem Fortschreiten eines Hörverlusts in Verbindung gebracht wurden
Die Forscher untersuchten außerdem, welche Faktoren dazu beitragen können, dass sich ein bereits bestehender Hörverlust schneller verschlechtert.
Bei Personen bis 50 Jahre:
- Höheres Alter
- Ein niedrigeres Bildungsniveau
- Weibliches Geschlecht (wobei die Forscher darauf hinweisen, dass Männer bereits zu Beginn der Studie häufiger ein schlechteres Hörvermögen aufwiesen. Dadurch war bei ihnen eine geringere zusätzliche Verschlechterung erforderlich, um als neuer Fall von Hörverlust eingestuft zu werden.)
Bei Personen über 50 Jahre:
- Bluthochdruck (Hypertonie)
- Ein erhöhter diastolischer Blutdruck (der untere Wert bei der Blutdruckmessung)
Aus diesen Ergebnissen schlossen die Forschenden, dass eine schlechte Herz-Kreislauf-Gesundheit – die mit zunehmendem Alter häufiger auftritt und oft schwerwiegender wird – andere Risikofaktoren für Hörverlust, wie Lärmbelastung oder den natürlichen Alterungsprozess, zusätzlich verstärken kann.
Einfach ausgedrückt: Probleme mit der Herz-Kreislauf-Gesundheit können die Durchblutung eines wichtigen Bereichs des Innenohrs beeinträchtigen. Dadurch wird die „Energieversorgung“ der Hörzellen geschwächt, sodass diese nicht mehr optimal funktionieren können. Dies kann das Risiko für einen Hörverlust erhöhen oder dessen Fortschreiten begünstigen.
Die Forschenden kamen zu dem Schluss, dass ihre Ergebnisse die Bedeutung von Hörverlust als weit verbreitetes Gesundheitsrisiko unterstreichen, das zumindest teilweise durch Prävention vermeidbar sein könnte.
